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Videoschnipsel aus einer großen, lauten, dreckigen, kalten, hektischen Stadt. Die einzig ruhigen Bewohner New York Citys schienen die Enten im Central Park zu sein. Aber vielleicht haben wir die Enten auch nur falsch verstanden. Denn es war zwar kalt und schneeig, aber die Seen im Central Park waren noch nicht gefroren. Also konnten auch wir keine Antworten für Holden Caulfield finden.

Kamera: Maren und Jakob
Schnitt: Jakob
Sprecher: Maren

Festliches Feiern

Seit einer Woche schreiben die Studenten am College of Charleston ihre Abschlussprüfungen. Klar, dass die Bibliothek jetzt rund um die Uhr geöffnet hat. In der Drogerie gibts an der Kasse nicht nur Kaugummis, sondern auch kleine Energiedrinks: “Fünf Stunden Energie in einem Schluck!” Hauptgesprächsthema ist, dass man “kein Leben mehr hat.”

Geht natürlich alles vorbei. In anderthalb Wochen ist Weihnachten. In Feststimmung kamen die klausurgeplagten Charlestoner Studenten aber auch schon am Donnerstag. Über die Kommunikationsplattform (fieses Wort, oder?) Facebook verabredeten sich tausende Studenten, um in der Bibliothek der Uni um 23 Uhr einen “Flash Rave” zu veranstalten.

Und der geht so: eine Gruppe Menschen verabredet sich, um zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort etwas gleichzeitig zu tun und so ahnungslose Passanten zu verwirren. Verwirrend ist aber nicht ganz das richtige Wort für das, was um kurz vor 23 Uhr in der Addlestone Library in Charleston passierte…

Nach 15 Minuten war der Spuk vorbei - und die unverletzten Studenten lernten (natürlich in der Bibliothek) fleißig weiter.

Video von sultanolli3 @ Youtube.com

Wie kommt Jesus auf den Flughafen? Doch es nicht einmal klar, ob es ein Flughafen ist. Er könnte auch im Einkaufszentrum sein, oder doch im Hotel?

Im “The American Dream”-Podcast #4 geht es um Erstaunliches aus der Welt der amerikanischen Kirchen und Religionen. Plus: Wie passt die vielversprechende Ankündigung “How to Be Rich” dazu?

Podcast: The American Dream. Mit Jesus auf dem Flughafen von Jakob Schulz

Vor einer Wand aus roten Ziegeln wellt sich die provisorisch aufgespannte Leinwand, aus den Lautsprechern plärrt viel zu basslastig der Nachrichtensender CNN. Es ist Wahlnacht in den USA. In der Charlestoner Tex-Mex-Kneipe „Yo Burrito“ drängeln sich Studenten und junge Arbeitnehmer um die Bar.

Aus der Küche quetschen sich Kellnerinnen beladen mit Quesadillas und Tacos durch die Reihen. Viele der Besucher haben jetzt, um acht Uhr abends, keinen Sitzplatz mehr gefunden. Die Stimmung ist aufgeregt und optimistisch, auf den T-Shirts vieler Gäste blicken Barack-Obama-Konterfeis gewohnt cool in die Gegend.

Die meisten amerikanischen Obama-Unterstützer aus meinem Bekanntenkreis sind am Wahltag schon morgens gutgelaunt und siegessicher. Warum auch nicht, Obama liegt in sämtlichen Umfragen weit vorn. Ich stattdessen habe Bauchschmerzen. In Amerika ist alles möglich, denke ich mir, und mir kommen Sams und Sarahs Geschichten in den Sinn.

Vor gut zwei Monaten hatte ich im „Recovery Room“, einer schäbigen Kneipe außerhalb der putzigen Charlestoner Innenstadt, die Amerikaner Sam und Sarah getroffen. Die beiden Mittdreißiger hatten mir erzählt, wie unfassbar und unverständlich George W. Bushs Wiederwahl im Jahr 2004 für sie gewesen war.

Aber jetzt, bei der Watchparty im „Yo Burrito“, verschwinden die Bauchschmerzen. Seit sieben Uhr abends werden jeweils zur nächsten vollen Stunde die Wahllokale in festgelegten US-Staaten geschlossen. CNN sendet die ersten Hochrechnungen. Die Zahl der Wahlmännerstimmen, die an Obama gehen, steigt fast minütlich. Und zwar doppelt so schnell wie die Wahlmännerstimmen für John McCain.

Auch die Zahl der demokratischen Sitze im Senat, für den die Amerikaner heute auch abgestimmt haben, steigen. Die Mehrheit der 100 Senatstimmen haben die Demokraten längst erreicht, jetzt geht es um die absolute Mehrheit von 60 Stimmen.

Die Stimmung ist mittlerweile euphorisch. Jedes Mal wenn CNN einen weiteren US-Staat als Sieg für Obama verbucht, können sich die Zuschauer im „Yo Burrito“ nur schwer auf ihren Sitzen halten. Sowohl in Florida, als auch in Pennsylvania sieht es gut aus für Obama. Allen Zuschauern hier ist klar: John McCain muss in diesen beiden Staaten gewinnen, um seine Chance auf den Sieg zu wahren.

Es fühlt sich so an, als ob man bei der Fußball-WM ein Deutschland-Spiel anschaut. 44. Minute, Deutschland führt mit 6:0 – und man hat noch die ganze zweite Halbzeit, um das Spiel zu genießen. Nur dass heute abend nicht Deutschland in Führung liegt. Es steht 6:0 für Obama.

Irgendwann nach elf Uhr, ich schaue nicht mehr auf die Uhr, bricht die Kneipe in ohrenbetäubendes Geschrei aus. Die Schlagzeile auf der Leinwand lautet: „Barack Obama Elected President. CNN Projection.“ Offiziell ist noch nichts und dennoch schwenken die Fernsehkameras über jubelnde Menschenmassen, weinende, schwarze Männer, und sich umarmende Jugendliche.

Die Situation ist jetzt vollends unglaublich. John McCain betritt in Arizona die Bühne, gratuliert Obama, redet zehn Minuten, gibt einer bleichen Sarah Palin ein Küsschen und sein Wahlkampf ist vorbei. Kurz darauf tritt Obama in Chicago vor die jubelnden Massen. In einer grandiosen Rede, wer hätte etwas anderes erwartet, wärmt er noch einmal die Herzen. Dann gibt es Umarmungen für Familie und Vizepräsident Joe Biden, dann ist auch in Chicago Schluss.

Draußen auf den Straße in Charleston ziehen Studenten über den Campus, feiern auf den Bürgersteigen, manche haben irgendwoher Feuerwerk organisiert. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben die Amerikaner einen schwarzen Präsidenten gewählt. In Amerika ist tatsächlich alles möglich, denke ich mir.

Nach fast zwei Jahren Wahlkampf ist heute - endlich - der 4. November 2008. Viele Wähler in Charleston mussten heute dann aber noch einmal anderthalb Stunden warten, bis sie endlich ihre Stimme abgeben durften.

Ich habe ich mich heute vor einem Charlestoner Wahllokal umgesehen. Schon früh morgens um sieben gaben hier die ersten Wähler ihre Stimmen ab, doch auch mittags war die Schlange gut hundert Meter lang.

Außerdem habe ich Barack Obamas Kampagne tatkräftig unterstützt!

Podcast: The American Dream. Wahltag in Amerika von Jakob Schulz

In der neuesten Ausgabe des Podcasts “The American Dream” erfahren zwei völlig zusammenhangslose Dinge plötzlich eine starke Verbindung. Richtig geraten, es geht um Halloween und Rentenvorsorge. Plus: Kaum gefragt, schon geantwortet. So muss guter Hörerservice aussehen!

Podcast: The American Dream. Halloween und Rentenversicherung. In Amerika gruselts sich einfach besser von Jakob Schulz

Mit Dank an Paul-W für das Foto.


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